Neuigkeiten


31. Januar 2019

Seit mehr als einem Jahr ist die DIN 18534 in den Teilen 1-6 gültiges Regelwerk für die Abdichtung von Innenräumen. Einige Details, die den Fliesenleger bisher vor große Herausforderungen stellten, wurden dabei gewerk- übergreifend angesprochen und dabei deutlich besser als bisher geregelt. Bei anderen Punkten scheint die Komplexität hingegen zugenommen zu haben. – Michael Mones

Die Abdichtung im Verbund mit Fliesen und Platten ist eine der wichtigsten Vorarbeiten, die der Fliesenleger vor dem eigentlichen Aufbringen seines Fliesen- oder Natursteinbelags zu leisten hat. Sie dient als Schutzschicht für die darunter liegenden Bauteile und soll das Eindringen von Wasser verhindern. Eine sorgfältige Planung und Ausführung ist dabei unabdingbar.

Mit der Einführung der DIN 18534 haben sich nicht nur Begrifflichkeiten geändert, sondern es sind auch praktische Erfahrungen der letzten Jahre mit eingeflossen, die Schäden durch Feuchtigkeit zukünftig verhindern sollen. Ob und wie diese nun in der Praxis umgesetzt werden, wird im nachfolgenden Bericht anhand von einigen Beispielen aufgezeigt.

 

 

Installationen

 

Aus Sicht des Fliesenlegers ist die Festschreibung der Planung von z.B. Sanitärinstallationen positiv zu bewerten. Rohrleitungen sollen unterhalb bzw. hinter der Abdichtungsschicht verlaufen und nach Möglichkeit diese an so wenig Stellen wie eben möglich durchdringen. Der Raum hinter der Badewanne soll somit nicht mehr für eine Ansammlung von Rohrleitungen zur Verfügung stehen. Meistens befinden sich diese dann auch noch auf den verputzten Wandflächen oder Mauerwerk und erschweren somit die Erstellung einer funktionsfähigen Abdichtung. Dort sollen jetzt nur noch Ver- und Entsorgungsleitungen  aufzufinden sein, die unmittelbar mit dem Einbauteil in einem direkten Zusammenhang stehen. Ebenfalls hat man sich dem Detailpunkt der Durchdringung der Rohrleitung durch die Abdichtungsebene gewidmet. Die hierfür erforderliche Dichtmanschette muss das Leitungsrohr fest umschließen, um eine Wasserdichtigkeit sicher herstellen zu können. Falls die Rohrleitung sich unter dem Putz befindet und nur noch der Baustopfen aus der Wand ragt, ist ein wasserdichter Anschluss mit einer Manschette jedoch nicht möglich. In diesem Fall wird in der DIN 18534 beschrieben, dass mit einem Distanzstück die Rohrleitung über die Abdichtungsebene zu führen ist, um einen dichten Anschluss zu gewährleisten.

 

 

Abdichtung von Bereichen unter/hinter Bade- oder Duschwannen

 

Hierfür wird nun eine praxisbezogene Lösung angeboten. War das Abdichten hinter und unter Wannen bisher immer ein schwieriges Unterfangen, ist es nun möglich, die Abdichtungsebene direkt auf den Wannenrand zu verlegen. Hierzu wird ein Wannenranddichtband verwendet. Dieses wird vor der Montage an den Rand der Wanne geklebt. Da das Aufstellen der Wanne durch den Installateur zu erfolgen hat, muss er das Band vorab anbringen. Somit entsteht an diesem Detail eine Schnittstelle zwischen den Gewerken. Diese hat der Planer entsprechend zu koordinieren. Im Anschluss wird das Band in die Verbundabdichtung mit eingebunden. Alternativ kann die Abdichtung weiterhin hinter bzw. unter der Wanne erfolgen.

 

 

Anordnung der Abdichtungsschicht im Bereich von Türen und Zugängen

 

Dieser Punkt stellt sich in der Praxis als äußerst knifflig bzw. kaum umsetzbar dar. Die Norm fordert für die Bereiche von bereits eingebauten Türen und Zugängen, dass „vorhandene Türzargen mit der Abdichtungsschicht zu hinterfahren sind“. Im Neubau sollen Zargen daher erst nach Ausführung der Abdichtungsschicht eingebaut werden. Die letzte Anmerkung betrifft den Planer, der dies gewerkübergreifend zu koordinieren hat. Bei vorhandenen Türzargen, gerade im Sanierungsfall Bad, ist dies für den Profi kaum realisierbar. Der Bauherr müsste davon überzeugt werden, dass die vorhandene Tür zu erneuern ist, da ein „Hinterfahren“ der Abdichtung im eingebauten Zustand nicht realisiert werden kann. Zargenschaum bei Holztüren oder Mörtel bei Stahltüren verhindern dies.  Allerdings scheint dann auch schon in der Planung etwas falsch gelaufen zu sein, wenn dort Wasser anstehen würde. Holztüren quellen bei Dauerwasserkontakt auf  und Anschlußbereiche, wie z.B. angrenzendes Parkett im Flur, wäre ebenfalls gefährdet.

Der Grundgedanke und die damit verbundene Sensibilisierung für dieses Detail ist dennoch der Richtige. Gerade in Großküchen führte  dieser Punkt häufig zu Schäden. Die Stahlzarge war hier bereits verbaut und so wurde mit Hilfsmitteln an die Abdichtung angearbeitet. Bei der anschließenden Inbetriebnahme der Küche werden solche Bereiche mit Brauch- und Reinigungswasser beaufschlagt. In der Folge kommt es nun zu einer Hinterläufigkeit der Zarge mit Wasser.  Ein beträchtlicher Wasserschaden ist somit vorprogrammiert.

 

 

Kontrastfarbe bei Polymerdispersionen

 

Reicht nun der unterschiedliche Farbton, die die einzelnen Lagen während der Abtrocknung zeigen oder muss die Abdichtung aus einer Polymerdispersion tatsächlich mit zwei unterschiedlichen Farben ausgeführt  werden? Kein Thema wurde mehr diskutiert als dieses. Bis heute herrscht noch immer keine grundsätzliche Einigkeit. Der Kotrollfarbton soll eigentlich dem Anwender die Sicherheit geben, dass er eine ausreichende Menge Polymerdispersion flächendeckend aufgebracht hat. Eine Überprüfung der Trockenschichtdicke ist nach der DIN 18534 nicht vorgesehen. Der Nachweis soll über die Verbrauchsmenge und den mehrlagigen Auftrag (mindestens 2 Lagen bzw. nach Herstellerangaben) erfolgen. Fakt ist: Wer es nicht darauf ankommen lassen möchte, der sollte einen zweifarbigen Anstrich mit Kontrastfarben wählen. Dies kann über bereits vorgefertigte Dispersionen in unterschiedlichen Farben erfolgen. Ebenfalls kann man z.B. BOTAMEN DF Color-Farbpigment verwenden. Mit bereits wenigen Tropfen kann der Farbton der  Dispersion abgetönt werden. Damit lässt sich die Komplexität zumindest ein wenig minimieren.

 

 

Abdichtung mit bahnenförmigen Abdichtungsstoffen im Verbund mit Fliesen und Platten (AIV-B)

 

Mit der Einführung des Teils 5 der DIN 18534 sind die bahnenförmigen Abdichtungsstoffe, wie z.B. die BOTAMEMT AE-Abdichtungs- und Entkopplungsbahn  eine normative Bauweise. Die Regelung bezieht sich auf die  Wasserbeanspruchungklassen W0-I – W2-I. Bisher waren die Bahnen eine Sonderkonstruktion und mussten mit dem Bauherrn vor der Ausführung schriftlich  vereinbart werden. Für den Anwendungsfall W3-I gilt dies zunächst weiterhin.

 

 

Fazit:

 

Einige Details, die dem Verleger bisher Sorgen bereiteten sind in die neue Abdichtungsnorm mit eingeflossen. Manche Angaben im Regelwerk lassen noch Raum für Interpretationen und werden weiterhin auf den Baustellen zu Diskussionen führen. Das sich derzeit in der Überarbeitung befindende ZDB-Merkblatt „Verbundabdichtung“  wird diese Punkte hoffentlich aufgreifen.

 

 

Produktliste: Produkte der Firma

 

•  DF 9  R/S - Dichtfolie
•  DF Color - Farbpigment
•  M 21 Classic – Flex Leistungskleber
•  AE- Abdichtungs- und Entkopplungsbahn

 

 

Top Tips der Redaktion:

 

•  Verbundabdichtung bei Polymerdispersionen zweifarbig (Kontrast) ausführen
•  orgewerke stets vor der Aufnahme der eigenen Arbeiten überprüfen
•  Bei bahnenförmigen Abdichtungsstoffen entfällt eine Schichtdickenkontrolle
•  Sonderkonstruktionen vor der Ausführung schriftlich mit dem Bauherrn vereinbaren
•  Details sorgsam planen

 

 

Kontakt:

 

Dipl.- Ing. (FH) Michael Mones
Produktmanager