Sanieren, Renovieren, Modernisieren

Exkurs:

Estriche


Was ist ein Estrich?

Schicht oder Schichten aus Estrichmörtel, die auf der Baustelle direkt auf dem Untergrund, mit oder ohne Verbund auf einer zwischenliegenden Trenn- oder Dämmschicht verlegt wird, um eine oder mehrere der nachstehenden Funktionen zu erfüllen:

  

 

  • eine vorgegebene Höhenlage zu erreichen
  • einen Bodenbelag aufzunehmen
  • unmittelbar genutzt zu werden.

 

Estriche werden gemäß DIN 18560 „Estriche im Bauwesen“ nach ihrer Konstruktionsart eingeteilt in schwimmende Estriche, Estriche auf Trennlage, Verbundestriche sowie Heizestriche.

 

 

Eigenschaften und Anforderungen an Estriche regelt DIN EN 13813 „Estrichmörtel und Estrichmassen“

Praxistipp:

Einfache Prüfungen zur Tragfähigkeit von Estrichen:

  • Zuerst einmal: Augen auf! Eine gründliche Besichtigung offenbart bereits so einige Schwachstellen.
  • Die Kratzprüfung per Gitterritzgerät und Schablone lässt Rückschlüsse auf die Tragfähigkeit zu.
  • Die Benetzungsprüfung gibt Auskunft über die Saugfähigkeit.
  • Die Wischprüfung zeigt, ob Trennmittel an der Oberfläche haften.
  • Die Klopfprüfung verrät, ob sich im Untergrund Hohllagen befinden.

 

 

 

 

1

Zementestrich (CT)

Diese sehr häufig vorkommende Estrichart wird in allen Gebäudetypen verwendet. Zementestriche sind feuchtigkeitsunempfindlich, zeigen aber in den ersten Wochen nach dem Einbau ein deutliches Schwindverhalten von rund 0,5 mm/m. Aufgrund ihres Bindemittels sind Zementestriche in der Regel grau. Sie werden im Regelfall als erdfeuchte Mischung eingebaut. Für den eiligen Bauherrn stehen Schnellestriche zur Verfügung, die bereits nach wenigen Stunden erhärten und dann umgehend mit Fliesen belegt werden können.

Bei Großbaustellen werden von Fall zu Fall auch Fließestriche mit speziellen Eigenschaften eingesetzt.

2

Calciumsulfatestrich (CA)

Diese weit verbreitete Estrichart wird ebenfalls in allen Gebäudetypen verwendet. Calciumsulfatestriche, auch Anhydritestriche genannt, bleiben auch nach der Erhärtung feuchtigkeitsempfindlich und müssen daher entsprechend geschützt werden. Dafür schwinden diese aber fast gar nicht und können deshalb nahezu fugenlos eingebaut werden. Da sie Wärme schneller leiten als Zementstriche, sind sie vor allem als Heizestrich beliebt. Aufgrund ihres Bindemittels sind Calciumsulfatestriche in der Regel sehr hell und leicht gelblich bis bräunlich. Calciumsulfatestriche werden meistens als Fließestrich eingebaut (CAF), um Zeit zu sparen und eine optimale Verteilung sicher zu stellen.

3

Gussasphaltestrich (AS)

Hierbei handelt es sich um einen wasserfreien Estrich auf Bitumenbasis. Gussasphaltestriche finden vor allem im Gewerbe- und Industriebau, aber auch bei der Sanierung von alten Holzbalkendecken Anwendung. Sie nehmen keine Feuchtigkeit auf und können sofort nach dem Abkühlen belegt werden. Allerdings neigen sie zu großen Ausdehnungen bei Wärmeeinwirkung, weswegen Gussasphalt-Heizestriche generell nicht überfliest werden sollten. Zudem verformen sich diese Estriche wegen ihrer plastischen Eigenschaft unter Punktlasten.

4

Magnesiaestrich (MA)

Diesen Estrich trifft man manchmal als sogenannten Steinholzestrich (Zuschlag aus Holz- oder Papiermehl) in Altbauten an. Heutzutage wird er fast ausschließlich im Industriebau mit mineralischen Zuschlägen eingesetzt. Diese sogenannten Magnesit-Industrieestriche verfügen über besonders harte Oberflächen, die direkt nutzbar sind. Vorab müssen Magnesiaestriche aber mit einer Schutzbeschichtung versehen werden, da sie äußerst feuchtigkeitsempfindlich sind. In Altbauten ist diese Schutzschicht meistens rot oder grün.

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